Wie ich mir 2026 Ziele setze (und warum klassische Umsatzziele bei mir nicht funktionieren)

Jahresbeginn = die Zeit, in der überall von großen Zielen die Rede ist. Gerade im Business hört man ständig: „Setz dir ambitionierte Ziele!“ oder „Nur mit klaren Zahlen kommst du voran!“

Ich hab das jahrelang genauso gemacht – und bin damit grandios gescheitert. Umsatzziele? Hab ich mir notiert und dann komplett vergessen. Follower-Zahlen? Nett, aber haben mich null motiviert. Das Problem war also nicht, dass ich keine Ziele hatte; es war vielmehr die Art der Ziele.

Nach 9 Jahren Selbstständigkeit hab ich für mich eine Methode entwickelt, die tatsächlich funktioniert. Es ist sicher keine perfekte Formel, die für jeden passt – aber ein Ansatz, der mir hilft, fokussiert zu bleiben und Dinge wirklich umzusetzen.

In diesem Artikel zeig ich dir, wie ich heute mit Zielen umgehe und warum ich mittlerweile komplett aufgehört hab, mir klassische „Zahlenziele“ zu setzen.

Schau dir das hier auch im Video an:

Warum klassische „Zahlenziele“ bei mir gescheitert sind

Früher hab ich mir diese typischen Business-Ziele gesetzt, die man überall empfohlen bekommt: „Ich will 100.000€ Umsatz machen“ oder „Ich will 5.000 neue Newsletter-Abonnenten gewinnen“.

Auf den ersten Blick sind das ja super messbare Ziele. Du kannst am Ende des Jahres ganz klar sagen: Hab ich erreicht – oder nicht.

Das Problem daran: Diese Zahlen haben mir einfach gar nichts gegeben.

Ich hab mir so ein Umsatzziel aufgeschrieben, hab gedacht „Ja cool, das wär schön“ – und dann? Nichts. Im Laufe des Jahres hab ich nicht mehr dran gedacht. Die Zahl hat mich nicht motiviert, nicht angetrieben, sie stand einfach nur irgendwo rum.

(Vielleicht bin ich auch nicht gut genug damit umgegangen, das will ich nicht ausschließen. Ich hab mir zwar überlegt, wie ich das Ziel erreichen könnte, aber dann hab ich es trotzdem nicht richtig verfolgt.)

Das Ding ist: Diese reinen Zahlenziele – so nenn ich sie mal – haben bei mir einfach keine positive Auswirkung auf mein Business gehabt. Null. Ich konnte damit nichts anfangen. Die Zahl war da, aber sie hat mich nicht dabei unterstützt, bessere Entscheidungen zu treffen oder fokussierter zu arbeiten (und eigentlich sollten Ziele ja genau das auslösen).

Irgendwann hab ich gemerkt, dass ich damit nur meine Zeit verschwende. Also hab ich aufgehört, mir solche Ziele zu setzen, und meinen eigenen Weg gefunden. So komplett ohne Plan wollte ich nämlich auch nicht durch’s Jahr gehen.

Meine Lösung: Business-Grundsätze statt Zahlenziele

Statt mir zu überlegen „Was will ich erreichen?“, hab ich angefangen, mir eine ganz andere Frage zu stellen: Wie will ich eigentlich arbeiten?

Ich hab angefangen, mit sogenannten Business-Grundsätzen zu arbeiten – und hab direkt gemerkt, das bringt mir wirklich was.

Ein konkretes Beispiel: 2021 sah mein Business noch komplett anders aus als heute. Ich hab damals relativ viel 1:1 mit Leuten gearbeitet und es gab Wochen, da hatte ich unfassbar viele Calls im Kalender. Das hat mir unfassbar viel Energie gezogen.

Also hab ich mir als Business-Grundsatz gesetzt: Ich will so wenig Termine wie möglich im Kalender haben.

Und plötzlich hatte das direkte Auswirkungen auf alles. Auf meine Angebote, darauf wie ich sie gestalte, wie ich mit Anfragen umgehe. Ich hab nicht mehr sofort gesagt „Lass mal einen Termin ausmachen“, sondern hab versucht, möglichst viel via E-Mail zu klären.

Das ist der Unterschied zu so einem abstrakten Umsatzziel: Ein Business-Grundsatz verändert tatsächlich, wie du arbeitest. Er gibt eine Richtung vor, an der du dich im Alltag orientieren kannst.

Wichtig ist nur: Du musst dir diese Grundsätze auch regelmäßig vor Augen führen. Es bringt nichts, sie einmal aufzuschreiben und dann nie wieder anzuschauen. Deswegen hab ich sie in Notion an verschiedenen Stellen eingebaut (dazu gleich noch mehr).

So sehen meine Business-Grundsätze konkret aus

Ich setze mir diese Business-Grundsätze jetzt seit ungefähr 5 Jahren und natürlich verändern sie sich teilweise auch wieder. Das mit den Terminen hab ich z.B. aktuell nicht mehr explizit drin, weil ich das Gefühl hab, dass ich das mittlerweile so verinnerlicht hab, dass ich mich nicht ständig daran erinnern muss.

Eine Sache, auf die ich immer achte: Es sollten am besten nicht mehr als fünf Grundsätze sein. In manchen Jahren waren es vielleicht auch mal sechs, aber mehr sollten es nicht werden.

Ich unterscheide dabei zwischen zwei Arten von Grundsätzen: welche fürs gesamte Unternehmen und welche für meine persönliche Arbeitsweise.

Unternehmensgrundsätze (fürs gesamte Business)

Seit Anfang Januar bin ich nicht mehr soloselbstständig – mein Mann Kevin arbeitet jetzt bei mir. Deswegen hab ich in Notion einiges umgebaut und unter anderem ein Company HQ ins Leben gerufen, in dem ganz oben unsere Unternehmensgrundsätze stehen. Die geben vor, wie wir beide arbeiten wollen.

Hier ein paar Beispiele:

  • Das Unternehmen soll so simpel wie möglich aufgebaut sein. Keine unnötigen Prozesse, Ressourcen oder Umwege. Möglichst direkte Kommunikation und viel Automatisierung.
  • Wir erstellen hochwertigen Content, der anderen wirklich weiterhilft. Dabei achten wir auf Beständigkeit – also dass regelmäßig neuer Content veröffentlicht wird – aber auch auf Qualität.
  • Alle Marketingaktivitäten haben ein primäres Ziel: Menschen in die E-Mail-Liste holen. Das wirkt sich natürlich direkt darauf aus, wie wir Content erstellen. Ich will Leute in die E-Mail-Liste holen, das heißt ich erwähn in jedem Video oder Artikel einmal, dass man sich für den Newsletter anmelden kann. (Also: Meld dich für den Newsletter an! 🙂)
  • Wir stehen mit allen Kursen und Angeboten für hohe Qualität und guten Support. Das oberste Ziel ist immer, Kund:innen zu ihren Ergebnissen zu bringen.
  • Alles Wichtige fürs Unternehmen wird in Notion festgehalten und dokumentiert. Alle Informationen sollen hier auf dem neuesten Stand sein.

Persönliche Grundsätze (für meine Arbeitsweise)

Die hab ich z.B. in meinen Review-Dashboards eingebaut, damit ich sie regelmäßig sehe:

  • Ich bleib bei den Plänen und Zielen, die ich mir vorgenommen hab. Sie sind gut durchdacht und werden mich langfristig weiterbringen.
  • Ich nehm mir jede Woche Zeit für Weiterbildung und achte drauf, dass sie auf meine Ziele einzahlt und setze Neu-Gelerntes direkt für mein Business um. (Mach ich das jetzt wirklich jede Woche? Nicht unbedingt. Aber es ist zumindest ein Grundsatz und ich versuch das jede Woche in meine Wochenplanung einzubauen.)
  • Reflexion und Planung sind fester Teil meiner Routine – und zwar jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Quartal. Das ist mir einfach super wichtig, dass ich mir da wirklich explizit Zeit für nehme.

Diese Grundsätze hab ich wie gesagt an verschiedenen Stellen in Notion eingebaut: im Company HG, in der Quartalsreview und in allen anderen Reviews – damit ich sie regelmäßig sehe, mir durchlese und mich daran erinnere. Und das funktioniert für mich tatsächlich sehr gut.

Übrigens: Reviews sind eins der 4 Systeme, die ich dir für 2026 nur ans Herz legen kann!

Outputziele: Was ich wirklich beeinflussen kann

Die Business-Grundsätze sind quasi das Fundament von allem. Aber es gibt noch einen zweiten Baustein, der für mich mega wichtig geworden ist: Ich fokussier mich nicht mehr auf Ergebnisse, sondern auf meinen Output.

Was mein ich damit? Ich kann nicht beeinflussen, wie viele Leute sich nach diesem Artikel für meinen Newsletter anmelden. Ich kann nicht beeinflussen, wie viele Leute, die sich gerade ein Video von mir anschauen, auch wirklich auf „Abonnieren“ klicken.

So eine Abo-Zahl ist also nicht nur wenig aussagekräftig, sondern ich hab sie auch nur bis zu einem gewissen Grad in der Hand.

Was ich aber zu 100% beeinflussen kann, ist mein Output. Ich kann beeinflussen, wie viele YouTube-Videos ich veröffentliche und wie ich diese Videos gestalte. Wenn ich in einem Jahr nur 10 Videos mache, wird das wahrscheinlich nicht so viel bringen wie 100 Videos.

Deswegen setz ich mir Outputziele.

Im Fall von YouTube hab ich mir für 2026 vorgenommen, 100 Videos zu veröffentlichen. Das wären im Schnitt also zwei pro Woche. Mir geht’s jetzt explizit nicht darum, dass ich sage „Ich mach zwei Videos pro Woche“ – das könnte man natürlich auch machen. Aber ich weiß für mich persönlich, das ist nicht so realistisch. Es wird Wochen geben, da mach ich nur eins oder vielleicht auch gar keins. Life happens 🙂

Am Ende des Jahres will ich aber auf meinen YouTube-Kanal gucken und sehen: Ich hab 100 Videos veröffentlicht. Das ist was, das ich beeinflussen kann.

Wichtig ist natürlich: Es geht nicht darum, einfach irgendwas zu machen. Es geht um Sachen, von denen du weißt, dass sie gut für dein Business sind – und sich dabei wirklich auf den Output zu fokussieren, also auf das, was du tatsächlich zu 100% in der Hand hast.

Wie ich meine Ziele in Notion tracke

Wenn du dir solche Grundsätze und Ziele vornimmst, ist es super wichtig, dass du sie dir auch regelmäßig vor Augen führst. Es bringt nichts, wenn du dir einmal Business-Grundsätze aufschreibst und sie dir dann nie wieder anschaust.

Das Coole an Notion ist ja, dass du dir das so flexibel zusammenbauen kannst, wie du es brauchst. Ich hab meine Grundsätze in der Ziele-Datenbank gespeichert und an unterschiedlichen Stellen eingebaut.

Unter anderem wie gesagt im Company HQ – da stehen unsere Unternehmensgrundsätze, die für Kevin und mich gelten:

In der Quartalsreview hab ich sowohl die Unternehmensgrundsätze als auch meine persönlichen Grundsätze drin:

Ich hab sie wie gesagt auch in allen anderen Reviews mit eingebaut – einfach damit ich sie regelmäßig sehe, mir jede Woche durchlese und mich daran erinnere.

Für meine Outputziele hab ich in meinem Tagesabschluss eine eigene Ansicht gebaut. Da seh ich jeden Tag mein Ziel von 100 Videos und wenn ich ein Video veröffentlicht hab, klick ich einfach auf „+1“. Dann seh ich immer, wie weit ich schon bin.

Das ist das Schöne an Notion: Du hast einfach unterschiedlichste Möglichkeiten, sowas abzubilden und dir genau so anzuzeigen, wie es für dich passt.

Fazit

So setz ich mir also Ziele: Ich hab Business-Grundsätze, die quasi das Fundament von allem bilden. Sie geben vor, wie ich arbeiten will und wirken sich direkt auf meine täglichen Entscheidungen aus.

Und dann hab ich Outputziele – Dinge, die ich zu 100% beeinflussen kann und die ich konkret messen kann.

Danke an NotebookLM für diese Zusammenfassung 🤝🏼

Vielleicht ist das ja ein kleiner Impuls für dich: Schau dir deine Ziele für 2026 noch mal an, oder die für das aktuelle Quartal. Passen die wirklich zu dir? Zu deiner Arbeitsweise? Zu dem, was du vorhast? Sind es Ziele, die dich tatsächlich weiterbringen – oder stehen sie nur irgendwo rum?

Es geht nicht darum, die perfekte „Zielsetz-Methode“ zu finden. Es geht darum, einen Weg zu finden, der für dich funktioniert!


Hi, ich bin Lea! Anfang 2017 habe ich mein Content-Publishing-Business gestartet und seitdem diverse Projekte, Websites und Kanäle aufgebaut. All das mach ich ganz alleine – ich bin komplett soloselbstständig. Hier bei System & Flow zeig ich dir, wie du dein Solo-Business mithilfe von KI, Automation & Notion effizient und entspannt gestaltest.

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