Notion AI im Überblick: Alle KI-Funktionen einfach erklärt
Agent, Custom Agents, Skills, Workers, Meetingnotizen, Deep Research: Ich zeig dir alle Funktionen der Notion AI im Überblick – und wie ich sie in meinem Business nutze.
Notion ist längst nicht mehr nur ein Notiz- und Datenbank-Tool: Die Notion AI hat sich in den letzten anderthalb Jahren zu einem kompletten KI-Arbeitsplatz entwickelt. Einige der Funktionen sind mittlerweile so tief in meine Workflows integriert, dass ich mir eine Arbeit ohne sie gar nicht mehr vorstellen kann.
In diesem Guide bekommst du den Überblick über alle KI-Funktionen von Notion: was sie können, wie sie zusammenspielen und wo du tiefer einsteigen kannst. Zu den größeren Themen – Custom Agents, Skills und Workers – findest du hier jeweils die Kurzfassung plus den Link zum ausführlichen Artikel.
Ein Hinweis direkt vorab: Falls du die Funktionen in vollem Umfang nutzen willst, brauchst du mindestens den Business-Plan von Notion. Der kostet aktuell ungefähr 20 € im Monat pro Workspace Member. Alle Infos zu den Notion-Preisen findest du hier.
Wenn du dir nur eine Sache aus diesem Guide merkst, dann diese: Der Notion Agent arbeitet, wenn du ihn fragst. Custom Agents arbeiten automatisch im Hintergrund. Skills sagen der KI, wie sie arbeiten soll. Und Workers geben ihr Fähigkeiten, die Notion von Haus aus gar nicht hat.
Der Notion Agent: Dein persönlicher KI-Assistent
Die Einführung des Notion Agents war die größte Neuerung in 2025 – und gleichzeitig die Funktion, die meine Arbeitsweise am stärksten verändert hat. Es handelt sich dabei um einen KI-Agenten, der vollen Zugriff auf deinen gesamten Workspace hat und dort auch aktiv werden kann.
Der Agent kann zum Beispiel
- neue Seiten anlegen
- Datenbankeinträge erstellen oder bearbeiten
- Inhalte ändern und ergänzen.
Du kannst ihn aber auch einfach als normalen Chatbot nutzen, wenn du möchtest. Was hier besonders praktisch ist: Du hast Zugriff auf mehrere Sprachmodelle von verschiedenen Anbietern, und zwar unter anderem von Claude, OpenAI und Gemini.

Ich persönlich arbeite aktuell am liebsten mit Claude Opus 4.8. Das Modell ist extrem zuverlässig, besonders wenn der Agent tatsächlich Aktionen in meinem Workspace ausführen soll. Die GPT-Modelle nutze ich kaum noch, und Gemini Pro sowie andere Modelle hab ich zwar getestet, fand die Ergebnisse aber nicht so konstant zuverlässig wie bei Claude.
Was den Notion Agent aber natürlich vor allem besonders macht, ist die Workspace-Integration.
Alles, was du an Kontext für eine Aufgabe brauchst, kannst du direkt aus deinem Workspace hinzufügen (sofern du es da gespeichert hast, logischerweise). Wenn ich zum Beispiel eine Verkaufsemail für die Notion-Formel schreiben will, suche ich einfach nach dem entsprechenden Eintrag in meiner Produkte-Datenbank und hänge ihn als Kontext an. Alle wichtigen Informationen – Zielgruppe, Inhalte, Mehrwert – sind dann sofort verfügbar.

Bei anderen Chatbots wie ChatGPT oder Claude müsste ich diese Informationen jedes Mal neu kopieren oder in separaten Dokumenten abspeichern. Dieser Workflow-Schritt entfällt komplett, wenn ich direkt in Notion arbeite.
Auch sehr praktisch beim Agenten ist die Möglichkeit, ihn zu personalisieren. Du kannst dafür eine Anweisungsseite einrichten, die das Verhalten der Notion AI beeinflusst. Ich hab ein System entwickelt, bei dem der Agent unterschiedliche Rollen einnehmen kann – quasi wie virtuelle Teammitglieder.
Mehr dazu hab ich hier im Video gezeigt:
Custom Agents: Deine KI arbeitet automatisch im Hintergrund
Während du den normalen Notion Agent manuell starten und ihm per Chat Aufgaben geben musst, können Custom Agents völlig autonom arbeiten. Du richtest sie einmal ein, und sie erledigen ihre Aufgabe immer dann, wenn der passende Moment kommt – wie ein kleines Team, das im Hintergrund mitarbeitet. Verfügbar sind sie seit Februar 2026 für alle Notion-Nutzer:innen mit Business- oder Enterprise-Plan.
Der „passende Moment” wird über Trigger definiert. Das kann ein Zeitplan sein (z.B. jeden Montag um 8 Uhr), ein Ereignis in Notion (eine neue Seite in einer Datenbank, ein Kommentar) oder sogar ein externes Ereignis wie eine eingehende E-Mail oder ein neuer Kalendereintrag.

Ein paar Beispiele, wie das in der Praxis aussieht:
- Content Recycling: Du setzt den Status eines Blogartikels in deiner Content-Datenbank auf „Veröffentlicht” – ein Agent erstellt daraus automatisch passende LinkedIn- und Instagram-Posts und legt sie als Entwürfe ab.
- E-Mail-Management: Eingehende E-Mails werden automatisch gelabelt und kategorisiert, Newsletter archiviert – und für wiederkehrende Anfragen liegt schon ein Antwortentwurf bereit, den du nur noch prüfen musst.
- KPI-Reporting: Ein Agent erstellt dir jede Woche ein Reporting mit deinen wichtigsten Kennzahlen.
- Zusammenfassungen: Neu gespeicherte Ressourcen, z.B. YouTube-Videos oder Blogartikel, werden automatisch zusammengefasst.
Möglich machen das auch die Verbindungen zu externen Tools: Custom Agents können sich mit Gmail bzw. Notion Mail, Slack, deinem Kalender und über MCP-Server sogar mit fast beliebigen weiteren Tools verbinden – und dort auch nicht nur mitlesen, sondern aktiv handeln (natürlich nur mit den Berechtigungen, die du explizit freigibst).
Wichtig zu wissen: Anders als der Notion Agent laufen Custom Agents über ein Credit-System – jeder Durchlauf verbraucht Credits. Du bekommst jeden Monat 300 Credits geschenkt (damit kannst du in Ruhe testen), danach kosten 1.000 Credits 10 Dollar.
Wie Custom Agents aufgebaut sind, welche Trigger und Integrationen es gibt und wie du deinen ersten Agent einrichtest, hab ich in einem separaten Artikel ausführlich beschrieben.
Skills: Wiederverwendbare Arbeitsanweisungen für deine KI
Ein Skill ist eine dokumentierte Arbeitsanweisung für eine wiederkehrende Aufgabe – vergleichbar mit einem SOP, nur eben für die KI statt für einen Menschen.
Die Idee: Jedes Mal, wenn du der KI eine Aufgabe gibst, muss sie Annahmen treffen – über den Kontext, das gewünschte Ergebnis, den Ton, die Struktur. Ein Skill nimmt ihr dieses Rätselraten ab. Du beschreibst einmal, wie die Aufgabe ablaufen soll, und die KI folgt dieser Anleitung bei jeder Ausführung.
In Notion ist das denkbar einfach umgesetzt: Ein Skill ist eine Notion-Seite mit einer strukturierten Arbeitsanweisung. Du erwähnst die Seite im Chat mit @, die KI liest sie und führt sie aus.
Zwei Beispiele aus meinem Alltag:
- Lektionstexte aus Videotranskripten: Ich erstelle regelmäßig Lektionstexte für meine Onlinekurse. Der Skill weiß genau, wie das Ergebnis aussehen muss – ich verlinke ihn, gebe das Transkript dazu und bekomme einen fertigen Lektionstext, ohne irgendetwas erklären zu müssen.
- Aufgaben korrekt anlegen: Meine Aufgaben-Datenbank hat Eigenschaften wie Status, Kategorie und verknüpftes Projekt, die immer korrekt ausgefüllt sein müssen. Ohne Skill rät die KI bei den Werten (und liegt zu häufig daneben) – mit Skill weiß sie genau, welche Pflichtfelder gelten und welche Optionen zur Auswahl stehen.

Richtig komfortabel wird es mit Kurzbefehlen über die Personalisierungsseite: Ich hab mir z.B. /wrap eingerichtet – ein Wort, und die KI erstellt automatisch einen Logbuch-Eintrag am Ende einer Konversation. Kein @-Verlinken, kein Erklären.
Und Skills funktionieren nicht nur im manuellen Chat: Du kannst sie auch deinen Custom Agents als Instruktion zur Verfügung stellen. Verbesserst du den Skill, wird automatisch auch der Agent besser – du pflegst alles an einer zentralen Stelle.
Meine Faustregel: Wenn du eine Aufgabe mindestens wöchentlich wiederholst und dich dabei ertappst, der KI immer wieder dasselbe zu erklären, dann ist das ein hervorragender Kandidat für einen Skill.
Wie du Skills erstellst, organisierst und in der Praxis anwendest, liest du in meiner kompletten Anleitung zu Notion-Skills.
Workers: Notion um (fast) jede Funktion erweitern
Ein Worker ist im Prinzip ein kleines Programm, mit dem du die Kernfunktionalität von Notion erweitern kannst – und zwar ohne Umwege über externe Automatisierungs-Tools wie Zapier oder Make. Die nötige technische Umgebung stellt Notion selbst bereit.
Und bevor du jetzt abwinkst, weil du nicht programmieren kannst: Ich kann das auch nicht. Tools wie Claude Code schreiben den Code für dich – du beschreibst nur, was der Worker tun soll.
Es gibt drei Arten von Workers, und für jede hab ich ein Beispiel aus meinem eigenen Setup:

- Tools für Custom Agents: Der Worker gibt deinem Agenten Fähigkeiten, die Notion von Haus aus nicht hat. Bei mir holt ein Worker z.B. via API das Transkript zu YouTube-Videos, die ich in meiner Ressourcen-Datenbank speichere – ein Custom Agent leitet daraus dann eine Zusammenfassung und Best Practices ab.
- Webhook-Workers: Jeder Verkauf über CopeCart sendet automatisch einen Webhook an meinen Worker, der daraus einen neuen Eintrag in meiner Sales-Datenbank erstellt. Alle Verkaufsdaten landen so vollautomatisch in Notion.
- Synchronisation nach Zeitplan: Ein Worker fragt alle 6 Stunden meine Website-Analytics ab und schreibt die Kennzahlen in eine synchronisierte Notion-Datenbank. Ich schau morgens in Notion rein und sehe auf einen Blick, was gestern auf der Website passiert ist.
Die Faustregel zur Abgrenzung: Workers sind perfekt für Aufgaben, die immer nach dem exakt gleichen Schema ablaufen und kein Abwägen brauchen. Sobald Kreativität oder kontextabhängige Entscheidungen gefragt sind, bist du beim Agent über den Chat oder den automatisierten Custom Agents besser aufgehoben.
Aktuell sind die Workers übrigens noch in der Beta-Phase und bis zum 11. August 2026 komplett kostenlos (Voraussetzung ist auch hier der Business-Plan). Danach verbrauchen sie Credits – allerdings nur einen Bruchteil dessen, was Custom Agents für die gleiche Aufgabe kosten würden.
Was Workers genau sind, welche Einsatzmöglichkeiten es noch gibt und wie du deinen ersten Worker erstellst, erfährst du in meinem Guide zu Notion Workers.
Meetingnotizen: Dein integrierter Meeting-Recorder
Separate Meeting-Recorder-Tools kennst du wahrscheinlich: Sie tauchen als eigener Bot in deinen Calls auf und zeichnen alles auf. Notion hat eine integrierte Lösung dafür – und die läuft komplett unsichtbar im Hintergrund.
Die Meetingnotizen funktionieren als Block, den du auf jeder Seite oder in jedem Datenbankeintrag einfügen kannst. Du bereitest dich vor dem Meeting mit Stichpunkten vor, startest die Transkription mit einem Klick und Notion zeichnet alles auf.

Alternativ kannst du dich automatisch erinnern lassen, sobald ein Meeting beginnt.
Nach dem Meeting erhältst du das komplette Transkript, eine Zusammenfassung und automatisch extrahierte Action Items. Die Zusammenfassung ist ziemlich präzise und gut strukturiert – mit einer Einschränkung:
Die Sprechererkennung fehlt. Bei 1:1-Gesprächen ist das kein Problem, aber wenn mehrere Personen dabei sind, kann die Zuordnung, wer was gesagt hat, schon mal durcheinander geraten. Die inhaltliche Qualität bleibt trotzdem sehr hoch.
Der entscheidende Vorteil für mich: Alles bleibt in Notion. Es braucht keine zusätzlichen Tools und es gibt keine Daten, die zwischen verschiedenen Programmen hin- und herkopiert werden müssen.
Die Meetingnotizen von Notion sind also vielleicht nicht so umfangreich wie spezialisierte Tools, aber sie sind nahtlos in meinen Workflow integriert – und genau das macht für mich den Unterschied.
Deep Research: Tiefgehende Recherchen auf Knopfdruck
Die Deep-Research-Funktion kennst du vielleicht schon von ChatGPT, Claude oder Gemini – Notion hat sie ebenfalls integriert. Auch hier ist natürlich der entscheidende Vorteil, dass die Recherche direkt in deinen Workspace eingebunden ist!
Du startest eine Deep Research am besten über die Hauptseite der Notion AI. Dort gibst du deinen Prompt ein, genauso wie bei anderen Chatbots auch. Dann aktivierst du den Recherchemodus über das Plus-Symbol in den Einstellungen:

Sobald dieser Modus aktiv ist, arbeitet Notion nicht mehr mit einem Standard-Sprachmodell, sondern nutzt ein spezialisiertes Research-Modell.
Die Recherche läuft komplett automatisch ab und dauert etwa 3 bis 5 Minuten (je nach Anfrage ggf. auch länger). Notion erstellt zunächst einen Plan, in welcher Reihenfolge die Recherche durchgeführt wird, sucht dann eigenständig nach Quellen und arbeitet diese systematisch ab.
Am Ende erhältst du ein ausführliches Ergebnis mit allen wichtigen Informationen und den dazugehörigen Quellenangaben. Du kannst den kompletten Verlauf nachvollziehen und siehst genau, welche Schritte die KI unternommen hat. Auch sehr praktisch: Das Ergebnis lässt sich direkt als Seite in Notion speichern (leider nicht als Datenbankeintrag – du musst die gespeicherte Seite dann nochmal in eine Datenbank verschieben).
Was kostet die Notion AI?
Die Basis für alle KI-Funktionen ist der Business-Plan für aktuell ungefähr 20 € im Monat pro Workspace Member. Darin unbegrenzt enthalten sind der Notion Agent, die Meetingnotizen und Deep Research.
Zwei Funktionen laufen zusätzlich über das Credit-System:
- Custom Agents verbrauchen bei jedem Durchlauf Credits. Du bekommst jeden Monat 300 Credits geschenkt, danach kosten 1.000 Credits 10 Dollar. Wie du deinen Verbrauch im Griff behältst, liest du in meinem Artikel zu den Custom-Agents-Kosten.
- Workers sind bis zum 11. August 2026 in der Beta-Phase kostenlos; danach verbrauchen auch sie Credits – allerdings deutlich weniger als Custom Agents.
Wenn du soloselbstständig bist und alleine in deinem Workspace arbeitest, zahlst du also rund 20 € plus gegebenenfalls Credits – die Basis ist damit ziemlich genau so teuer wie die Bezahlversion von ChatGPT oder Claude. Und ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Es kann sehr gut sein, dass du genau diese Bezahlversion dann nicht mehr brauchst.
Alle Details zu den Plänen, Limits und was du im Free- und Plus-Plan schon ausprobieren kannst, findest du in meinem großen Artikel zu den Notion-Kosten.
FAQ
Funktioniert die Notion AI auf Deutsch?
Ja, komplett. Du kannst deine Prompts auf Deutsch schreiben und bekommst auch deutsche Antworten – das gilt für den Agenten genauso wie für Deep Research und die Meetingnotizen. Auch die Notion-Oberfläche selbst gibt es auf Deutsch.
Brauche ich den Business-Plan für alle Funktionen?
Ja, für die volle Nutzung brauchst du mindestens den Notion Business-Plan (aktuell etwa 20 € pro Monat und Person). Notion Agent, Meetingnotizen und Deep Research sind darin unbegrenzt enthalten. Custom Agents verbrauchen zusätzlich Credits – 300 davon bekommst du jeden Monat geschenkt, danach kosten 1.000 Credits 10 Dollar.
Was ist der Unterschied zwischen dem Notion Agent und den Custom Agents?
Den Notion Agent startest du manuell und gibst ihm per Chat Aufgaben. Custom Agents richtest du einmal ein und sie arbeiten dann selbstständig – nach Zeitplan oder ausgelöst durch Ereignisse in deinem Workspace.
Funktionieren die Meetingnotizen mit allen Meeting-Tools?
Die Meetingnotizen funktionieren einfach so, dass sie den Ton deines Computers mitzeichnen – egal, in welchem Tool du dich befindest! Notion erkennt auch automatisch, wenn du in ein Meeting gehst, und bietet dir an, die Transkription zu starten.
Kann der Notion Agent meinen Workspace beschädigen?
Der Agent kann nur das ändern, worauf du selbst auch Zugriff hast. Ich würde dir aber empfehlen, ihm sehr klare Anweisungen zu geben, ob/was er ändern soll. Wenn du Bedenken hast, dass versehentlich etwas verändert wird, kannst du in den Einstellungen deaktivieren, dass der Agent Änderungen vornehmen darf. Dann nutzt du ihn einfach nur als Chatbot.
Fazit: Ein KI-Setup, das komplett in Notion lebt
Die Notion AI ist längst mehr als ein einzelnes Feature – sie ist ein komplettes System aus Bausteinen, die ineinandergreifen: Der Agent für die tägliche Arbeit, Custom Agents für Automatisierungen, Skills für konsistente Ergebnisse und Workers für alles, was Notion von Haus aus nicht kann – plus Meetingnotizen und Deep Research für ganz konkrete Alltagsaufgaben.
Mein Tipp zum Einstieg: Fang mit dem normalen Agenten im Chat an und gib ihm eine echte Aufgabe aus deinem Arbeitsalltag. Sobald du merkst, dass du ihm immer wieder dasselbe erklärst, ist der Moment für deinen ersten Skill gekommen – und von da aus wachsen Custom Agents und Workers fast von alleine mit.